Chorros de Epina
An den Wandertafeln in der Nähe des Restaurants beginnt der gepflasterte Pfad zur Ermita San Isidro. In wenigen Minuten führt er hinunter zur Kapelle. Diese liegt jedoch nicht exponiert, sondern eher im Schatten vieler Bäume und daher leicht enttäuschend.
An der Kapelle endet der Pflasterweg und geht in einen schmalen Pfad über, der weiter zu den sehenswerten Quellen von Chorros de Epina führt. Das Wasser tritt aus sieben hölzernen Speiern aus. Normalerweise soll hier nur wenig Wasser fließen, doch nach den vielen Regenfällen in den Tagen zuvor war die Quelle erstaunlich ergiebig.
Einer Legende zufolge bringt das Trinken des Wassers Gesundheit, Liebe und Glück. Die geraden Speier sind dabei für Frauen bestimmt, die ungeraden für Männer. Und aus dem siebten trinken angeblich nur die Hexen.
Epina
Weiter bergab führt der Pfad, der Teil des GR-132 ist, in das wunderschön gelegene Dorf Epina. Es liegt in einem nach Norden geöffneten, grünen Talkessel, in dem noch Landwirtschaft betrieben wird. Der Weg verläuft in erhöhter Lage rechts oberhalb des Dorfes und bietet dabei schöne Ausblicke und Fotomotive.
Allmählich entfernt sich der Pfad in nördlicher Richtung von Epina, überquert mehrere Bachläufe und verlässt schließlich den bewaldeten Bereich.
Tazo
Von einer Anhöhe nahe einer Stromleitung eröffnet sich plötzlich ein weites Panorama. Eine grüne, sanft gewellte Landschaft mit verstreuten Palmen und den Häusern von Tazo. Kurz darauf erreichte ich eine Fahrstraße, die Tazo und Arguamul mit Epina verbindet.
Ich folgte ihr wenige Meter bergauf bis zur Kreuzung mit dem ausgeschilderten Weg zur Ermita de Santa Clara. Dieser verläuft als breite, unbefestigte Piste und ist landschaftlich eher unspektakulär. Von rechts kommt ein alternativer Pfad zur Ermita de Santa Clara vom Kamm der Cumbre und trifft hier auf die Piste. Wenig später erreichte ich dann die sehenswerte Kapelle.
Ermita de Santa Clara
Die hübsche Kapelle eignet sich gut für eine Pause. Hinter ihr gibt es Picknickplätze, und einige zutrauliche, streunende Katzen hoffen auf ein paar Krümel. Der grasbewachsene Vorplatz liegt direkt an der Hangkante und bietet einen schönen Blick ins Tal von Tazo und Arguamul sowie hinaus aufs Meer.
Nach der Rast setzte ich meine Wanderung links der Kapelle auf dem GR-132 fort. Rechts führt ebenfalls eine breite Piste weiter, doch der schmalere Pfad ist deutlich reizvoller. Er passiert einen Aussichtspunkt mit Blick auf Arguamul und vereint sich später wieder mit der Piste.
Der Weg verläuft hier über einen Kamm, der in diesem Abschnitt Chigueré genannt wird. In der Nähe befindet sich eine weitere kleine Kapelle, die Ermita del Coromoto. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Punta de Alcalá, die normalerweise einen spektakulären Blick auf die Nordküste von La Gomera bietet.
Bei meiner Wanderung zogen jedoch Wolken auf, und ich stand am Ende im Nebel. Die Aussicht blieb mir daher verwehrt. Das unten stehende Bild zeigt eine ähnliche Sicht, jedoch hundert Höhenmeter tiefer als ich mich beim Abstieg unterhalb der Wolken befand.
Playa de Vallehermoso
Da es an der Punta de Alcalá nichts zu sehen gab, hielt ich mich hier nicht lange auf und begann den Abstieg zur Playa de Vallehermoso. Der Weg führt über gut 500 Höhenmeter steil hinab, ist jedoch nirgends ausgesetzt. Für den Abstieg benötigte ich knapp eine Stunde.
Unten angekommen erwartet einen ein schwarzer Sand- und Kiesstrand. Zudem gibt es die Ermita de La Candelaria sowie Picknickmöglichkeiten. Überraschend ist auch ein Schwimmbad, das jedoch bei meinem Besuch im März geschlossen war. Immerhin hatte eine Bar am Nachmittag geöffnet.
Wer noch Energie hat, kann von hier aus die etwa drei Kilometer nach Vallehermoso zu Fuß zurücklegen. Dabei kann man ab El Tributo auf einen Pfad in Bachnähe wechseln, oder auf der Fahrstraße bleiben.
Werte aus GPX-Datei errechnet. Steigung und Gefälle topografisch nicht angepasst und daher nicht real.